Samstag, 31. August 2013

Einfach genial

Weil halt immer wieder die Frage kommt: "Ja, kann man denn mit so einem Auto überhaupt so weit reisen?" oder "Ja, ist das sehr unbequem?" und "Wo schlaft ihr denn da?"

Also erstens: Die Ente oder Diane ist ein Auto wie jedes andere, das zu seiner Zeit gebaut wurde. Ja, also nicht ganz - sie hat eine spezielle Federung und eine unglaubliche Effizienz in der Ausnutzung ihrer 30 PS und auch sonst noch einiges, was den technikaffinen Menschen, zu denen ich mich nicht so zähle, in den Sinn kommt, wenn sie diese 2CVs genauer unter die Lupe nehmen. Also: Ja! Man kann auch mit einer Ente andere Länder besuchen. Mit einer beladenen Akadiane schaffen wir im Durchschnitt 90 km/h auf ebenen Landstraßen. Und das reicht. Wir haben es nicht eilig. Wir wollen ja auch was mitbekommen, von den Ländern, durch die wir reisen. Und wir bleiben auch stehen und schauen uns dies und das an.

Zweitens: Dank eines genialen Innenausbaus haben wir unser Akadüle innerhalb von max. 4 Minuten in "Schlafzimmer und Küche/Wohnzimmer" umgebaut. Ja, wir haben sogar einen Kühlschrank und Kocher sowie verschiedene Töpfe und Pfannen mit und können uns jederzeit autonom versorgen. Sogar zwei richtige Weinkelche werden mittransportiert. Das Bett ist groß genug für zwei erwachsene Personen, die einander mögen. Mit Dusche und WC lassen wir uns fremdversorgen. Aber was solls, wir haben alles mit, was wir brauchen. Es unglaublich kuschelig und kommod - eben so wenig aber auch so viel wie möglich - einfach genial.

Freitag, 30. August 2013

Postojna

Gut es gab also keinen Fisch. Eine andere Herausforderung muss her.
20 % und enge Straße, das ist genau das richtige! Nein, natürlich nicht.

Da wir ja beschlossen haben, Autobahnen zu meiden, führte uns unser Navi Direttissima zu unserem nächsten Ziel. Mehr oder minder direkt von Meeresspiegel auf knappe 1000 m Seehöhe. Wir wollte nämlich nach Slowenien, uns die legendären Postojna Höhlen ansehen. Und damit uns unser braves Entchen auch nicht schlapp macht, gab es unterwegs noch ein kleines Getriebeservice. Wir haben ja schließlich am Katschberg ganz genau hingehört (siehe Posting "Geräusche" ;-))

Ich war etwas zurückhaltend in meiner Begeisterung. Höhlen sind nicht so meine Favoriten der Besichtigung. Aber es war wahrlich faszinierend. Ein bisschen schaurig, gruselig, wie wenn man auf einem anderen Planeten landet. Diese Höhlen wurden ja schon zu k.u.k.-Zeiten als Ballsaal und Veranstaltungsräumlichkeit genutzt. Unglaublich! Und um dem ganzen noch eins drauf zusetzen, besuchten wir auch noch die ca. 9 km weit entfernte Burg Predjama, die ihren Ursprung in einer befestigten Höhle hatte. Sehr, sehr spannend anzusehen. Auch weil man und natürlich auch frau, Eintritt bezahlt und sich ansonsten am Gelände freibewegen darf ...

Donnerstag, 29. August 2013

Erstens kommt es anders,

zweitens als man denkt....

Triest war wieder ein Traum. Dann die Küste entlang runter durch Muggia hindurch bis zur Slowinschen Grenze. Denn genau da liegt ein Campingplatz. Ein großer Platz mit Dauercampern zum Großteil belegt, aber irgendwie nett. Wir fanden ein lauschiges Platzerl mit Franzosen im Zelt und Italienern am Rad und spazierten noch ans Meer in freudiger Erwartung auf morgen.

Ein Gläschen noch des Nächtens vor unserem braven Akadüle, alles fein.

Am Morgen, gut geruht, wohliges Bett gehabt. Auf nach Muggia. Dazwischen noch ein kurzer Platscher ins Meer - herrlich. Ach geht es uns gut. Wie Gott in Frankreich oder Italien oder wo es ihm oder ihr auch immer gefällt.

Zum Fischerhafen. Rein ins Fischergeschäft. Nein, da gibt es keine Fischer zu kaufen sondern alles was der Profifischer braucht, um seine Ware nach Hause zubringen und auch was halt so SeebärInnen benötigen, bei ihrem Törn. Sowas muss besichtigt werden. Vielleicht haben die ja was, was wir auch unbedingt brauchen. Man weiß ja nie. Der Liebste findet auch wahrliche Dichtmasse um dem Akadüle es zu erschweren, Öl aus dem Getriebe zu treiben und wir stapfen zufrieden raus auf die Mole. Stille! Keine wartendenden Einheimischen, kein Fischerboot weit und breit. Nix. Ohrenbetäubende Stille nur das leise Murmeln von Männern, die dabei sind Netze zu reparieren. Wieder rein zu dem wissenden Menschen im Geschäft. Und was muss ich erfahren:  Heute (es war Montag) gibt es keine Fische in Muggia! Es soll einfach nicht sein, dass ich zu meinem fangfrischen Fisch komme.

Gesenkten Hauptes gönnen wir uns noch einen vormittäglichen Espresso im niedlichen Muggia und die Reise geht fischlos weiter ....

grübel, grübel und studier


Triest war wieder ein Traum. Dann die Küste entlang runter durch Muggia hindurch bis zur Slowenischen Grenze. Denn genau da liegt ein Campingplatz. Ein großer Platz mit Dauercampern zum Großteil belegt aber irgendwie nett. Wir fanden ein lauschiges Platzerl mit Franzosen im Zelt und Italienern am Rad und spazierten noch ans Meer in freudiger Erwartung auf morgen.

Tja - eigentlich war ja der Plan (sofern wir überhaupt einen Plan haben)"Fisch zu kaufen" in Muggia. Einem kleinen Fischerdorf, wahrlich entzückend, welches wir bei unserem Triesttripp letztes Jahr entdeckt haben. Ohne Küche !!! (Schande) unterwegs, wurde dort vom Boot weg Fisch verkauft. Ich hatte gemischte Gefühle: Ach Fisch so frisch, ich will ihn haben! Mist, ich habe keine Küche mit (Liebster, ich lieb dich, aber ich hör nicht mehr auf dich)!

Daher um dieses versäumte nachzuholen, war der Beschluss rasch gefasst: auf nach Triest. Abgesehen davon, dass Triest es uns angetan hat. Ein Glas Sauvignon Blanc (natürlich aus der Region) am großen Hauptplatz mit Knabbereien und Leute beobachten und betratschen das hat schon was, auch wenn es passieren kann, dass es zu Diskussionen mit dem Kellner ob der Rechnung kommen kann.

Udine lag auch am Weg, welches unsere Kinderchen letztes Jahr für sich entdeckt hat und uns beauftragten, dort mal nach dem rechten und linken zu sehen ;-). Also alles wunderbar ....

Mittwoch, 28. August 2013

dies und das und Jausenpause

Der Sinn und Zweck des Reisens ist das Reisen an sich.

Und da wir ja sozusagen unser Schneckenhaus immer mit haben, ist für uns der Weg das Ziel (hat jetzt nichts mit Citroen zu tun ;-)).

Es tut einfach gut und entspannt außerordentlich, wenn frau (man macht das eher selten, ist eher mein Job) sich keine Sorgen darum macht: Wo schlafe ich heute? Bekomme ich ein Quartier? Was essen wir heute? Mit unserem Akadüle bleiben wir dort stehen, wo es uns gefällt und halten Picknick. Ein Plätzchen zum Schlafen für unser kleinstes Wohnmobil der Welt haben wir auch noch auf fast jedem Campingplatz gefunden. Und ein bisschen Abenteuer muss schon sein...

Natürlich mit der goldenen Kreditkarte bestehen viele Möglichkeiten. Aber 5 Sterne Hotels sind weltweit relativ gleich, dass haben die standardisierten und kategorisierten Unterkünfte nun mal so an sich. Das wahre Leben und das wahre Land, habe ich das Gefühl, erlebe ich nur, wenn ich mich auch hinauswage aus den Touristenhochburgen. Und wenn ich da mit meiner Master Card winke, ist es oft auch eine Einladung zur Abzocke und somit für mich auch jenseits der Urlaubserlebnisse, die ich mit nach Hause bringen möchte.

Und die schönsten Mitbringsel aus dem Urlaub sind Entdeckungen, die einen begeistert haben und die man und auch frau mit den daheimgebliebenen teilt.

einfach lukullisch

Das Friaul wurde in den 70er Jahren im wahrsten Sinne des Wortes erschüttert. Gemona war damals fast nicht mehr vorhanden. Heute, 2013, spaziert man und auch frau durch die engen Gassen und findet es nur bezaubernd. Eine Ausstellung erinnert an die Katastrophe, die menschlichen Tragödien und auch an den Wiederaufbau. Denn es ist nichts von diesem einschneidenden Ereignis zu merken.

Wir hatten das Glück mitten in die Siesta eines Mittelalterfestes in Gemona zu stoßen. Daher wahrscheinlich auch die Hinweise auf die "Taberna Bordellum". Und wieder einmal umfassen uns diese lukullischen Genüsse, die einfach zum Niederknien sind. Abgesehen des Lilas - denn nicht nur die Provence auch dieser Bereich des Friauls hat sich auf den Anbau und die Verwertung des Lavendels spezialisiert.

Schnell noch ein paar Treppchen auf und ab gelaufen und den Turm bestiegen! Vielleicht verbrenn ich ja doch noch ein paar mehr Kalorien als die, die ich zu mir nehme....

Dienstag, 27. August 2013

Cavazzo

Der See, der Campingplatz, wunderschön gelegen, türkisgrünes Wasser und wirklich, wirklich kläsch-kalt. 5 bis 10 Jahre jünger entsteigt frau dem See, straff und knackig - aber bei Temperaturen von rund 40°C ein wirkliches "Zisch-Erlebnis".

Aber das was uns am meisten fasziniert hat, waren die Wasserflugzeuge, die vom See Wasser aufgenommen haben, um den oben im Kanaltal wütenden Waldbrand - wahrscheinlich nicht zu löschen, aber doch - einzudämmen.

Eine Belgierin, an sich sehr nett und zutraulich (wie halt Belgier so sind), nahm diese Umstände sehr persönlich. Der See kann sich einfach nicht aufwärmen. Er ist ein Stausee und ständig wird neues, eiskaltes Gebirgswasser hinzugelassen. Ist das wirklich notwendig? Und müssen denn die Flugzeuge wirklich ab 7 Uhr früh und dann den ganzen Tag fliegen? Frau will ja schließlich auch ein bisschen Urlaub und Ruhe und angenehme Wassertemperaturen haben...

Naja, ich glaube, für manche Menschen ist es nur dann ein gelungener Urlaub, wenn ihnen schreckliche Dinge widerfahren oder sie diese zu mindestens herbeireden oder sagen wir mal: sich so interpretieren lassen. Alles fein und gut, geht gar nicht. Und sind widrige Umstände vorhanden (ein Waldbrand, bitte, kann ja auch eine Woche später gelöscht werden!) dann haben die natürlich mit einem persönlich zu tun. Diese Art der Egozentrik ist sehr disharmonisch mit fein und schön...

Unter unseresgleichen

In Italien am nördlichsten Zipfel angelangt beschlossen wir gemütlich das Kanaltal hinunter zu fahren und dann rechts abzubiegen zum Lago di Cavazzo. Warum gerade dahin? Pöterle, ein Osttiroler Enten-Freund, hat ein "Daheimgebliebenen" Treffen mit italienischen 2CV-FahrerInnen organisiert. (Daheimgeblieben bezieht sich auf das Welttreffen in Spanien, dass nicht alle besuchen wollten, konnten, durften ... was auch immer.)
Wir waren nicht in Spanien sondern in Italien.
Also auf nach Cavazzo.
So hübsche Enten begrüßten uns dort. So gepflegt, so süß und erst die Insassen ... entzückend. Und im Gegensatz zu unseren Fahrzeugen, auf denen wir gerne mit allerlei  Aufklebern, vorzugsweise am Kö (das ist der Pürzel der Ente), mit unseren Reisen/Treffen protzen, werden diese in Italien lackschonend und dezent auf der Innenseite des Kofferraums angebracht... Man und auch frau muss dazu sagen: Das im Autoschlafen (davon später noch mehr) und somit das Anbringen eines Kös, ist eher eine österreichische und deutsche Spezialität.

Mit Schinken - Original San Danielle - und Wein aus der Region wurde Einstand gefeiert. Am Abend gemeinsam gesungen und weiter verkostet ... Alles so wie es sein soll!


Montag, 26. August 2013

Gail

Da nun die äußeren Umstände mit unserem Reisegefährt geklärt waren, hielt uns nichts mehr auf.

In Seeboden am Millstättersee (Kärnten)zelebrierten wir unsere erste Urlaubsnacht mit Sternschnuppen Schauen und Wünsche ausdenken. (Gottseidank! - gab es auch wieder ein paar Sternschnuppen für Doofe, so dass mir genug Zeit blieb zum Überlegen ;-). Was soll ich machen, ich bin halt meist wunschlos glücklich!)

Dann wurde noch ein bisschen Österreichisches Bier für alle Fälle gebunkert und durchs Gailtal, den Weissensee entlang ging es dann über Thörl Maglern rüber ist nördlichste Friaul, Tarvisio.

Vor Thörl Maglern war noch ein kurzes Picknick angesagt, mit Fotoshooting für die Daheimgebliebenen. Denn ab jetzt hieß  es Abschiednehmen von "what's app" und es wurde nur noch per SMS mit zuhause kommuniziert.

Wie man und auch frau am mittleren Foto sieht, haben wir uns ja sehr dezent platziert, mit unserem Abschiedspicknick. Trotz dieser vornehmen Zurückhaltung wurde uns fröhlich von radfahrenden und autofahrenden Personen zu gewinkt. Keine Ahnung wie die uns entdeckt haben ...

Sonntag, 25. August 2013

Eigenheiten

Es war klar: Unser Automobil, will, sofern wir weiterkommen wollen, spezielle Aufmerksamkeit. Die da heißt: Genügend Öl in Motor und Getriebe - eh klar.
Und immer genügend Sprit im Tank oder besser gesagt im Kanister mit. Denn ab einer bestimmten Steigung erwischt das gute Saugrüsselchen den Sprit nicht mehr. Also vor jedem Berg mal kurz auf die Tankuhr schauen.
Viertel voll? Auftanken und für alle Fälle immer 10 Liter in Reserve mit.

ABER: Auffüllen mit Kanister nur auf einem ebenen Ausweichplatz, nicht in der Steigung. Denn ist die Steigung zu steil, dann wird's dem Akadüle zu steil und kommt nicht mehr weg. Dann darf die Barfuss ihr Füßchen rausschwingen und schieben und hoffen, dass bald ein ebenes Platzerl kommt und sie ihren Liebsten nicht vergrämt hat, damit er sie wieder an Board nimmt ;-))

Samstag, 24. August 2013

Geräusche

Tja und um von der Steiermark nach Kärnten zu gelangen, genügt es nun mal nicht, mit dem Finger auf der Landkarte, die Straßen nachzufahren, nein es müssen Berge erklommen, Gipfel bezwungen und mindestens das Sauerstoffgerät ausgepackt werden;-))

Also in unserem Fall entschieden wir uns gegen die Turacher Höhe (Österreichs steilste Bergstraße) und für den Katschberg. Alles gut, alles fein, bis 50 m vor dem höchsten Punkt, das Getriebe zu spucken begann.

Keine Ahnung, was lauter klopfte: unsere Herzen oder das Getriebe.
Sofort auf den Parkplatz. Ok. Nichts mit Seeboden - am Berg muss übernachtet werden ... beim Umparken: Stille. Atem anhalten, nochmals starten - wieder Stille.

Hat doch die gute, alte Akadiane nur mal laut gesagt: Hallo, wenn du schon mit mir Berge erklimmen willst, dann schau doch auch, dass ich ordentlich im Öl bin...

Das Dutzend ist voll

Es war heiß und es war Nachmittag. Mutig begaben wir uns den Sölkerpass hinauf.

Unser erstes Feiern am Gipfel - nein am Sattel - wurde von Vorbeifahrenden bejubelt. Einige ließen es sich sogar nicht nehmen, stehen zu bleiben, um unser Akadüle (ja ich weiß, 31 PS verlangen einen korrekte Anrede, aber ich habe die AKADIANE halt so lieb gewonnen, dass ich sie kosen muss) zu bewundern. Ich meinte nur lakonisch: "Macht einfach so, als ob wir nicht da wären ...!"

Von solchen Erfolgen beschwingt, beschlossen wir - "Das Dutzend ist voll. Nun gerade vor 12 Jahre fanden wir uns und in Seeboden beim Österreichischen 2CV-Welttreffen machten wir es sozusagen der Welt publik!"

Also auf nach Kärnten!

Freitag, 23. August 2013

Reisen und Speisen

Urlaub, Reisen ist für mich mit Genuss verbunden. Und beim Genießen darf die Kulinarik nicht fehlen.

Wobei festzuhalten ist: Ich liebe auch in diesem Zusammenhang meine Unabhängigkeit. Und da Kochen für mich einfach auch eine Leidenschaft ist, hab ich meine Küche immer mit. Also Einkaufen und lukullische Genüsse abseits der Heimat zu erforschen, machen für mich das "Ah & Oh" einer gelungen Reise aus.

Abgesehen davon, dass sich wunderbare soziologische Studien über die nationalen Unterschiede in Supermärkten oder Märkten generell erstellen lassen. Großer Unterhaltungsfaktor!

Verkosten, Kochen und ein Land mit allen Sinnen zu genießen, dabei gemütlich über die Landstraßen mit unserer Akadiane zu cruisen und wenn es gerade passt, ein Picknick zu machen, dass ist für mich Genuss Urlaub - eben Reisen und Speisen....

Donnerstag, 22. August 2013

Bin dann mal weg

Puristisch luxuriös geht es mit knappen 30 PS hinein ins Vergnügen. Ohne Kinder nur mit dem Liebsten und doch immer auch ein bisschen in Kontakt mit daheim.
Urlaub heißt: Türe zu und los geht's. Kilometerfressen macht keinen Spaß und Spaß soll er ja in erster Linie machen - der lang ersehnte, erhoffte, erwartete Urlaub. Und da sind wir auch schon bei der hohen Übung des Urlaubgenießens - möglichst erwartungsfrei.
Mal schau'n was die Reise so bringt...