Donnerstag, 4. September 2014

Epilog - alle Jahre wieder


Nach dieser Muss-Durchquerung Deutschlands - wobei Nürnberg soll schon ganz nett sein (naja vielleicht ein ander Mal) - waren wir mit wohligen Seufzen in unserem Tschechien angekommen.

Wie auch zuletzt nach unserem 6 Ländertripp setzten wir in Plzen einen Schlusspunkt bei einem herrlichen Bier und großartiger tschechischer Hausmannskost.
Wunderbar.
Tschechien mit seinen Landstraßen, seinen Wäldern, Wiesen und Feldern - sogar nicht stramm und ordentlich in Reih und Glied, lässt unsere Herzen immer wieder freudig hüpfen. Es ist so schön dort. So zum Wohlfühlen. Ein Land wie geschaffen für uns und unser Akadüle.

Gut Prag im Hochsommer kann nicht so wirklich was, außer ein Gedränge und ein Geschiebe. Selber schuld. Was mussten wir da auch rein? Nur weil es angeblich eine Boutique mit Designerstoffen mit 2CVs drauf gibt? Vergesst es ...

Und so schunkelten wir gemütlich gegen Nordosten, ließen unsere Älteste im Ungewissen, dass wir fix an ihrem Geburtstag zuhause sein werden und freuten uns auf ein allgemeines Wiedersehen.

Und ich sage es euch. Kaum waren wir 2 Stunden zuhause, packt einem schon wieder die Sehnsucht, nach unterwegs sein. Die Akadyane ist ein wunderbares Zuhause. Sie bringt uns zuverlässig von A nach B und wenn wir wollen auch nach C. Nirgendwo sonst schlaf ich so gut und Nirgendwo sonst lässt sich das Leben so genießen ... Danke Liebster, ohne dich, hätt ich das alles nicht!


Mittwoch, 3. September 2014

Das Ende naht

Dort wo Karl ruht, beziehungsweise, dort in der Nähe, fand sich das Ende unserer Frankreich-Tour.

Ein Besuch bei lieben Freunden stand noch auf dem Programm bevor endgültig das Ende der Reise in die Akadyane stand. Karlsruhe liegt zwar in Deutschen Landen aber direkt gleich an der Grenze. Und so fuhren wir über Metz (das muss nochmal in Ruhe und ohne Regen besichtigt werden) und Strasbourg rauf nach Haguenau, wo wir schon mal auf einen Kurztripp zu Pfingsten waren. Dort genossen wir nochmal einen Plat du jour und sagten "au revoir!" mit einem wehmütigen Seufzer. Es war so schön, es hat uns so gefreut.

Wir bemühten uns dann noch Freude an Deutschland zu finden. Zwei Tage hatten wir ja. M. weckten uns auch ganz entzückend mit musikalischen Grüßen aus Österreich: Hubert von Goisern. Aber mit Mitteldeutschland haben wir so unser Problem. Was im zweiten Weltkrieg nicht zerbombt wurde, hat das Wirtschaftswunder ruiniert ...

Die Latte liegt hoch

Nun war das hohe "C" Frankreichs dran, von uns unter die Lupe genommen zu werden: die Champagne beziehungsweise der Champagner.
Reims, dachten wir uns, könnte ein interessanter Einstieg dafür sein. Es prickelte nicht so, wie erwartet, dafür bekamen wir einen Chardonnay dort im Cafe zum Niederknien. Allein deswegen muss ich dort nochmal hin ...

Von Reims ab in den Süden, warteten wir gespannt auf die Weinberge. Lang, lang nichts und dann hügelte es sich so ein bisschen links und ein bisschen rechts bis nach Epernay. Die Weinkellereien, also die Gutshöfe der Champagnerproduzenten sahen jetzt auch nicht so einladend aus. Irgendwie haben wir doch so unsere Klischees im Kopf. Und wenn man und auch frau in der Wachau zuhause ist, liegt die Latte einfach hoch.

Okay, der Champagner, den wir dann erstanden, war wirklich sensationell. Aber so das drumherum war irgendwie entäuschend. Der Campingplatz dann auch noch wesentlich teurer als andere und bei weitem nicht so schnuckelig. Nun gut: Champagner werden wir wieder trinken. Ob wir die Champagne nochmals beehren steht in den Sternen ...


Dienstag, 2. September 2014

Gaaanz altes Frankreich

Schön langsam neigte sich unsere Frankreichreise dem Ende zu. Die Kilometer, die zurückzulegen waren, waren einzuteilen. Und was nehmen wir noch mit, auf unserem Trip?

Entscheidungen zu fällen, mache ich das ganze Jahr. Im Urlaub mag ich das gar nicht. Aber es musste sein.

So fiel eindeutig die Entscheidung gegen Paris - eine Großstadt würde gar nicht passen und für Paris brauchen wir Zeit. Das wird ein extra Städtetripp. Vielleicht wieder mit den Kinders?
(Das "Kinders" ist Absicht - so heißt die Gruppe unserer Kinder auf whats app ... ;-))

Aber dafür dachte ich mir, könnten wir doch Senlis einen Besuch abstatten. Gesagt, getan.
Zur Mittagszeit in diesem uralten Teil Frankreichs angekommen, begrüßte uns Senlis mit Kopfsteinpflaster, Kathedrale und Fachwerk überall und wir waren sehr angetan. Zum Mittagsmahl begaben wir uns in eine Tee-Stube. War uns es jetzt auch nicht so bewusst: der Franzose an sich ist ein Teetrinker. Infusion nennt man das aus Kräutern hergestellte Gebräu ...



die 2 Cs der Normandie

In unserem kleinsten Wohnmobil der Welt wird etwas groß geschrieben. Und zwar: Genuss! Wir sind puristisch, luxuriös unterwegs. Das mag dem einen und der anderen widersprüchlich erscheinen, doch genauer betrachtet ist das ganz einfach:

Wir haben alles mit, was wir brauchen. Die Akadyane ist so überschaubar, dass du nichts herumliegen kannst. Unordnung ist fast ein Ding der Unmöglichkeit. Und auf putzen haben wir sowieso beide keine Lust. Wir sind innerhalb weniger Minuten schlaf- und auch wieder fahrbereit. Und wir können uns einem Ding vorzüglich widmen: der Kulinarik. Unser Kühlschrank fasst Vorräte für gut drei Tage. Die Küche ist mit feinsten Gewürzen ausgestatten und auch an Küchenutensilien fehlt nicht einmal der Milchschäumer - also was willst du mehr?

Und nun in der Normandie angekommen, musste NATÜRLICH, was denn auch sonst, eingekauft werden. Diesmal nicht im Supermarkt, sondern bevorzugt bei Produzenten. Beuvron en Auge lockte mich da besonders. Und es war entzückend. Es schüttete zwar wie aus Schaffeln. Erstmals wurde unser Regenschirm aus Chablis ausgeführt. Aber es war entzückend. Wie aus einem Bilderbuch. Ganz, ganz einzigartig. Und es wurde Cidre direkt ab Hof verkauft. Und da war ich dann entzückt.

Übernachtet wurde dann im Tal der Seine bei Pont de l'Arche und siehe da, am Sonntagmorgen, überrascht uns dieses Städtchen doch glatt mit einem Wochenmarkt. Und da kam das zweite C, der Camenbert, noch hinzu und so manches andere Leckerbisschen ...








Montag, 1. September 2014

Krieg und Frieden I

Die Normandie - geprägt nicht nur durch Sandstrände und Steilküsten sondern auch durch geschichtsträchtiges Geschehen.
Frankreichs und auch Europas Befreiung von der Schreckensherrschaft der Nationalsozialisten fand dort unter glorreicher Kooperation verschiedenster Nationen statt. Am prominentesten noch immer eben dort zu finden sind die Briten und die US-Amerikanier.

Wir besuchten den "Pont du Hoc" und den "Omaha Beach" und sie schien bereinigt, die Gegend. Also von der Dramatik dieser letzten Kriegstage. Bunker und Kanonen und Fahnen und Jeeps allerorten, aber die Luft war trotzdem zum Atmen und nicht so, dass dir der Atem stockt.

Was mich sehr erstaunte. Bin ich doch sehr empfindlich für dererlei emotionale Artefakte und dann auch sehr belastet. Es ist nur traurig, dass derart viele Menschen unter dem Einsatz ihres Lebens für das verabscheuungswürdige Ideal anderer sterben mussten.
Aber es ist friedlich und nicht beunruhigend. Die Gegend, Landschaft wunderschön. Und es wird englisch gesprochen. Mit einer Selbstverständlichkeit - sehr erstaunlich.